Evaluation

Die Erhebung der isometrischen Maximalkraft verschiedener Muskelgruppen mittels zweier unterschiedlicher Verfahren diente dem Nachweis muskulärere Dysbalancen und bildete im Sinne der Prozessevaluation die Grundlage für die Festlegung bzw. Modifikation der Trainingsinhalte.

 

Eine Längsschnitterhebung der Wirbelsäulenbeweglichkeit mit der Medimouse® diente dem Effektivitätsnachweis (Zeitraum: 2,5 Jahre, 5 MZP, n=67). Dem motorischen Parameter der Beweglichkeit kommt beim Berufsbild des Forstwirtes insofern ein hoher Stellenwert zu, als dass er während des täglichen Arbeitsprozesses z.B. beim Ansägen des Baumes und bei Pflanzarbeiten von einer großen Bewegungsamplitude im Bereich der Wirbelsäule profitiert.

Zur Bestimmung psychosozialer Effekte wurde der Fragebogen SF-36 im Längsschnitt zu drei Messzeitpunkten eingesetzt. Der Fragebogen gilt als standardisiertes, krankheitsübergreifendes Messinstrument und ist international anerkannt, um den subjektiven Gesundheitszustand zu messen.

 

In Anlehnung an die Kernziele des Gesundheitssports (BÖS & BREHM 2006) wurde zudem ein eigenes Fragebogendesign entwickelt, um die Akzeptanz der Intervention sowie die subjektive Wahrnehmung von Wirkungseffekten der Intervention auf der Ebene psycho-sozialer Ressourcen zu überprüfen. 

 

Sowohl die Ergebnisse der motorischen Messverfahren als auch die Resultate der Fragebogenuntersuchungen weisen auf positive gesundheitliche Entwicklungszusammenhänge des Projekts hin. Positiv hervor zu heben ist vor allem die hohe Bedeutung, die die teilnehmenden Mitarbeiter der Intervention für die Regulation des eigenen Wohlbefindens, den Erhalt der eigenen Leistungsfähigkeit und die Entwicklung einer kollegialen Betriebskultur zuweisen. Bedingt durch die dezentrale Arbeitsstruktur stellen insbesondere die psycho-sozialen Effekte der bewegungsorientierten Maßnahme ‚Fit im Forst’ ein großes  betriebliches Potenzial dar. Auch auf der individuellen Ebene können sich Prozesse der sozialen Unterstützung und der Kollegialität positiv auf die Gesundheitswahrnehmung auswirken und individuelle Gesundheitsressourcen fördern.

 

Um einer betriebswirtschaftlichen Perspektive gerecht zu werden und zur Herstellung von Zusammenhängen mit den anderen Untersuchungsmethoden wurde nach Abschluss der dreijährigen Projektlaufzeit im Jahr 2011/2012 eine Auswertung des Krankenstandes vorgenommen. Hier konnte bei den Forstwirten, die regelmäßig am Training teilnahmen (mind. 30 Trainingseinheiten pro Jahr), eine rückläufige Entwicklung der AU-Tage um mehr als ein Prozent festgestellt werden (2007: 5,87%, 2009: 5,51%, 2011: 4,56%). 

 

Vor der Intervention hatten die Forstwirte eines Forstamtes außerhalb ihrer teilautonomen Gruppe nur zweimal jährlich Kontakt zu den Kollegen des eigenen Forstamtes. Seit der Intervention kommt es durch das Training zu einem wöchentlichen Treffen und Austausch.